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Lotsenwesen

Geprägt von den Lotsen, unterschied sich Thiessow schon früher von den Bauerndörfern in seiner Umgebung. Teilweise reichen diese Unterschiede bis in die heutige Zeit.

Schon seit dem 17. Jahrhundert wurden  Schiffe durch das Landtief in die Binnenhäfen des Greifswalder Boddens oder ins freie Meer gelotst. Wegen der schmalen Fahrrinne, der vielen Untiefen und Steinansammlungen war dies ein gefährliches Unterfangen. Deshalb mussten ortskundige die fremden Kapitäne sicher geleiten.

Die „Lotsenglocke“, welche heute in der Heimatstube unserer Kurverwaltung bewundert werden kann, rief seit 1842 die Lotsen zum Dienst, wenn Schiffe von der Oberwache aus gesichtet wurden.

Lotsenstationen gab es auch in Göhren, Lobbe und Klein-Zicker – bis Thiessow 1859 von der preußischen Regierung zur einzigen Lotsenstation erklärt wurde.

Das erste Wachhaus - so wird erzählt- war das Ruderhaus eines ausgedienten Schiffes. Neben der alten Wache wurde auch ein Wasserstandssignalmast erbaut. Mit diesem wurde die Wassertiefe signalisiert, damit die diensthabenden Lotsen sehen konnten, ob die zu lotsenden Schiffe mit ihrem Tiefgang durch das relativ flache Landtief passten.

Zur Unterbringung der Signalzeichen kam 1854 eine massive Hütte hinzu die ab da von den Lotsen auch als Aufenthaltsraum während ihrer Wache genutzt wurde. Mit der Modernisierung des Lotsenwesens war eine zweite sogenannte
Unterwache notwendig geworden. Sie befand sich in der Nähe der Dienstwohnung des Lotsenkommandeurs, dem heutigen „Haus Fernsicht“. Sichtete die Oberwache ein Schiff, so setzte  sie am Flaggenmast ein Signal für die Unterwache. Diese gab durch Zeichen eine Rückmeldung. Der Wachhabende lief darauf zur Signalglocke und alarmierte die Lotsen der Hofstätte (heute Teil der Strandstrasse), während die Unterwache die Glocke für die Lotsen des südlichen Ortsbereiches betätigte.

Die Oberwache war der Lotsenturm, welcher 1909 mit einer Höhe von 11 m erbaut wurde. Die Unterwache verlor allmählich mit Einführung eines elektrischen Läutewerkes um 1907 ihre Bedeutung. Das Läutewerk war mit 4 Alarmglocken und einem Wecker für jede Lotsenwohnung ausgestattet.

Im Jahre 1884 vergrößerte sich der Aufgabenkreis der Lotsenstation dadurch, dass der neu erbaute Lotsendampfer „Thiessow“ in Dienst gestellt wurde. Ließ stürmisches Wetter die Abfahrt der nur zu rudernden Lotsenkutter nicht zu,  so lag der Lotsendampfer „Thiessow“ fahrbereit unter Dampf und zeigte den Schiffen den Weg.

Nach dem 1. Weltkrieg mussten viele Thiessower Lotsen den Dienst quittieren, und der 2. Weltkrieg bedeutete dann das Ende der Lotsentätigkeit, da englische Flugzeuge die Boddengewässer vermint hatten. Ab 1949 wurde die Lotsentätigkeit in Thiessow dann nach und nach wieder aufgenommen. Das Lotsenwesen blieb für Thiessow bis zu seiner Verlegung in die Peenemündung nach Freest  im Jahre 2000  ein wichtiger Bestandteil des Ortes.

Von dem 2002/2003 aufwendig neu errichteten Lotsenturm hat man heute einen atemberaubenden Rundumblick über die Halbinsel Mönchgut, über die Ostsee und den Greifswalder Bodden. Im Erdgeschoss des Lotsenturmes und in der alten Lotsenwache direkt daneben, können Sie sich über die Geschichte des Lotsenwesens informieren. Das bis heute erhaltene Original der Lotsenglocke und weitere Informationen finden Sie in der Heimatstube der Kurverwaltung.

Wer es ganz ausführlich nachlesen möchte, hat die Möglichkeit, in der Kurverwaltung die Broschüre
„Das Lotsenwesen auf Mönchgut“ zu erwerben.